Prävention bezeichnet alle „Strategien, die darauf abzielen, unerwünschte oder mit Leid verbundene Formen menschlichen Verhaltens oder Erlebens zu verhindern, möglichst rasch zu beenden oder mögliche, noch nicht eingetretene Folgenwirkungen abzumildern.“
Kindler, 2007

Bezogen auf partnerschaftliche Gewalt bedeutet dies:

Ein erstes Auftreten von Gewalt in Partnerschaften zu verhindern (primär Prävention),   wiederkehrende Gewalt rasch, vollständig und dauerhaft beenden (sekundäre Prävention) oder negativen Folgen vorbeugen (tertiäre Prävention).

Ob Menschen, die von Gewalt betroffen sind, eine gute Unterstützung und Versorgung finden hängt wesentlich davon ab,
…wo sie wohnen (und wie gut ausgebaut und vernetzt das Unterstützungsnetz ist)
…wie kompetent sie sich selbst erleben, wie viel Mut und Ausdauer sie haben
…wie sensibilisiert und kompetent die Menschen sind, denen sie auf ihrem Weg begegnen

Ein Schwerpunkt unserer Präventionsarbeit wollten wir daher im Bereich der Fachkräfte- und MultiplikatorInnenschulung setzen.

Dies betrifft zum einen die Sensibilisierung und Schulung von Gesundheitsfachkräften (z.B. ÄrztInnen, Pflegekräfte und Hebammen). Diese haben eine Schlüsselposition in der Versorgung von gewaltbetroffenen Frauen, da sie meist die erste und nicht selten die einzige Anlaufstelle für Betroffene sind. Ein sicherer und sensibler Umgang in diesen ersten Begegnungen mit Fachkräften aus dem Gesundheitswesen trägt wesentlich zur Unterstützung der Frauen bei und bereitet den Weg zu weiterführenden Hilfen. 

Neben Fachkräften im Gesundheitswesen, richten wir unseren Fokus auch auf Fachkräfte im Sozialwesen. Häufig werden Frauen von anderen Beratungsstellen an uns verwiesen. Gleichzeitig erleben wir auch hier immer wieder einen großen Bedarf an Schulung und Sensibilisierung, um Sicherheit für das eigene Handeln im Erstkontakt mit Gewaltbetroffenen zu erlangen.